Topfennockerln mit Butterbröseln

28. Juli 2014
FacebookTwitterGoogle+Pinterest

Topfennockerl

Heute gibt’s zur Abwechslung wieder einmal etwas typisch Österreichisches. Diese Topfennockerln (ja, in Österreich in Plural mit „n“) sind einfach ein Traum. Sie sind innen schön flaumig-locker und außen dezent buttrig, dazu nicht zu süß. Anders als in den meisten Ländern, ist es in Österreich durchaus üblich Mehlspeisen (Süßspeisen) zu Mittag zu essen – ja, als Hauptspeise. Das kostete meiner spanischen Mitbewohnerin immer nur ein Kopfschütteln. Ich rede hier von Wuchteln, Topfen- und Marillenpalatschinken, Mohn- und Nussnudeln, Germ- und Fruchtknödeln, Apfelstrudel, süßem Reisauflauf mit Früchten, Kaiser– und Grießschmarrn, gebackenen Holunderblüten und eben: Topfennockerln. Mit all diesen Mehlspeisen bin ich aufgewachsen und sie gehören auch heute noch zu meinen Lieblingsgerichten.

Die Topfennockerln nach folgendem Rezept sind auch deshalb in meiner gedanklichen Top 10 Rezeptliste, weil sich der Einkauf dafür sehr simpel darstellt: Topfen. Fertig. Den Rest habe ich normalerweise zu Hause.

Das Rezept ist ähnlich einfach wie der Einkauf. Alles zusammenmischen und fertig. Ich will nicht generell sagen, je einfacher ein Rezept, desto besser. Aber im Alltag ist es oft stressig genug, dann sind solche Rezepte (als Alternative zu einem Fertiggericht) eine willkommene Alternative. Gemeinsam mit Kindern (oder kochunerfahrenen Partnern) lässt sich dieses Gericht übrigens auch gut bewerkstelligen…

Topfennockerln

Wer das Rezept ein bisschen geordneter haben möchte, als „alles zusammenmischen“, hier die Details:

Zu den Zutaten

Ich verwende immer eine Packung herkömmlicher Speisetopfen (20 % Fett), habe das Rezept aber auch schon mit Magertopfen gemacht. Das funktioniert genauso. Mehl nehme ich immer universal (W 480; Deutschland Type 405), manchmal griffiges (Wiener Grießler) – da aber ohnehin nur 2 leicht gehäufte EL benötigt werden, ist das nicht so tragisch. Beim Grieß sollte darauf geachtet werden, dass er nicht zu grobkörnig ist, denn dann muss die Teigmasse länger ziehen und die Nockerln werden nicht so fein. Ich verwende immer feinen Goldgrieß oder feinen Weizengrieß.

Teig anrühren

Den Topfen in eine Schüssel geben, kurz mit einem Löffel durchrühren.  Das Ei und die zerlassene Butter einrühren. Da ohnehin später für die Butterbröseln wieder zerlassene Butter benötigt wird, schmelze ich in einer großen Pfanne immer gleich 70 g und verwende 4 EL (40 g) davon für den Teig. Den Rest einfach für später in der Pfanne lassen. Ich habe auch schon versucht, Eigelb und -weiß zu trennen und das Eiweiß steif geschlagen am Ende unterzurühren, da die Nockerln dann anscheinend noch flaumiger werden, aber das Resultat ist fast genau dasselbe. Vielleicht sind sie mit etwas Einbildung noch eine Spur luftiger ;-).  Anschließend Grieß, Mehl und Salz unterrühren und die Masse 10 Minuten ziehen lassen. Zucker kommt nicht in den Teig, der kommt in die Butterbröseln. Wer möchte bzw. wem die Nockerln zu wenig süß sind, kann sie am Schluss noch mit Staubzucker bestäuben.

Nockerln formen und kochen

Leicht gesalzenes Wasser aufkochen und zwei Esslöffeln kurz in das Wasser tauchen, dadurch bleibt der Teig nicht an den Löffeln kleben. Mit den Löffeln feste Nockerln aus der Masse formen – wer nicht weiß, wie man das macht, hier gibt’s ein Video (die Technik ist die gleiche, nur der Teig ist bei Topfennockerln viel fester und nicht so zäh). Es sollten rund 10 Stück werden.

Die Nockerln rund 8-10 Minuten im Wasser zuerst leicht kochen, dann ziehen lassen. Wichtig ist, dass das Wasser leicht (!) kocht bis alle Nockerln im Wasser sind, denn ist die Temperatur zu gering, können sie zerfallen. Wenn das Wasser sprudelnd kocht, und die Nockerl eher locker geformt sind, können sich hingegen Teile ablösen. Sobald alle Nockerl drin sind, die Temperatur reduzieren.

Bröseln + Butter + Zucker = Butterbröseln

Währenddessen die Butter in der Pfanne bei mittlerer Hitze gemeinsam mit den Bröseln unter ständigem Rühren anrösten. Sobald die Bröseln ein wenig Farbe annehmen, den Zucker zugeben und weiterrühren. Vorsicht, sobald sich die Bröseln golden färben, vom Herd nehmen. Sie bräunen in der heißen Pfanne noch ein bisschen nach.

Ein Nockerl zur Probe mit einem Schaumlöffel, zur Not funktioniert das auch mit einer Gabel, in die Bröselmischung heben und probieren. Wenn das Innere nicht mehr teigig ist, alle anderen ebenfalls in die Pfanne heben und vorsichtig in den Bröseln wenden. Wer möchte, kann die Nockerl jetzt noch mit Staubzucker bestäuben. Dazu passt Frucht-Kompott, Marmelade oder Frucht-Joghurt. Mein Favorit: Heiße Himbeeren.

 

Topfennockerln mit Butterbröseln

Ergibt 2 Hauptspeisen- oder 4 Dessertportionen

Topfennockerln mit Butterbröseln

Zutaten

    Für die Nockerln
  • 250 g Topfen (mager oder normal)
  • 4 EL zerlassene Butter (40 g)
  • 1 Ei (M)
  • 2 gehäufte EL Mehl (universal; Deutschland: Wiener Grießler oder Type 405) (24 g)
  • 1 EL feiner Weizengrieß (10 g)
  • 1/3 TL Salz
  • Für die Bröselmischung
  • 3 EL Butter (30 g)
  • 60 g feine Semmelbröseln
  • 3 EL Zucker (35g)
  • Staubzucker zum Bestäuben (optional)

    EL/TL sind immer gestrichen, wenn nicht anders angegeben, siehe verwendete Maßeinheiten

Zubereitung

  1. Topfen mit Ei, zerlassener Butter, Mehl, Grieß und Salz vermischen und 10 Minuten ziehen lassen.
  2. Leicht gesalzenes Wasser aufkochen.
  3. Zwei Esslöffeln kurz in das Wasser tauchen (so bleibt der Teig nicht kleben) und Nockerln aus der Masse formen.
  4. Die Nockerln 8-10 Minuten im Wasser zuerst leicht kochen, dann ziehen lassen.
  5. Währenddessen Butter, Bröseln und Zucker in einer Pfanne vorsichtig goldgelb rösten. Sobald die Bröseln Farbe annehmen, von der Herdplatte nehmen, sie dunkeln durch die Hitze der Pfanne noch etwas nach.
  6. Die Nockerln mit einem Schaumlöffel vom Topf in die Pfanne heben und vorsichtig in der Bröselmischung wälzen.
  7. Nach Belieben mit Staubzucker bestäuben. Dazu passen Früchte, Fruchtkompott (wie Zwetschkenröster) und Apfelmus.

Tipp

Der österreichische (Speise-)Topfen ist nicht unbedingt dem deutschen Quark gleichzusetzen. Topfen hat eine feste, eher krümelige Konsistenz und einen geringeren Wasseranteil als Quark. Ev. Quark vor Verwendung noch durch ein Tuch/Sieb abtropfen lassen.

http://www.tasteoftravel.at/topfennockerln/

[yasr_visitor_votes size=“small“]

Hast du dieses Gericht nachgekocht? Hier könnte dein Ergebnis gezeigt werden. 
Schicke dazu einfach ein Bild an ursula@tasteoftravel.at

Topfennockerln von Userin nachgekochtUserin Betti hat das Rezept ausprobiert: "Die Topfennockerl sind schnell und einfach gemacht und passen immer!"
Topfennockerln mit Butterbröseln zuletzt geändert: 15 November 2015 von Ursula

19 Gedanken zu „Topfennockerln mit Butterbröseln

    1. Thomas D

      Das ist bei mir genauso, ich liebe Topfennockerl auch seit ich ein Kind bin. Ich mache mir die auch heute noch mindestens einmal im Monat!

      Antworten
    2. Alex

      Ihr habt recht, Topfennockerln sind wirklich super. Habe sie schon länger nicht mehr gemacht, aber jetzt habe ich wieder total Lust darauf bekommen. Ich werde sie mir demnächst machen.

      Antworten
  1. Dag

    Anstelle von Quark – der in Deutschland ja cremiger ist als in Österriech – könnte man z.B. Schichtkäse nehmen. Müsste passen ;-)

    Antworten
  2. Ilvy

    Ich bin die ilvy und bin 9 jahre alt
    und habe gerade die topfennockerl mit butterbrösel gemacht.
    Sie sind sehr flaumig geworden.
    Ich bin echt davon überzeugt und würde sie weiterempfehlen.

    Antworten
    1. Ursula Artikelautor

      Hallo Ilvy, das ist ja cool!!!! Super dass du die Nockerl probiert hast und dass sie gelungen sind!! Ich glaub du bist bisher die jüngste, die sich über das Rezept getraut hat ;-)

      Antworten
  3. Ilvy

    hallo Ursula
    ich koche immer mit der oma und die hat mir schon sehr viel gezeigt .
    ich gehe in eine montessori schule und koche dort immer mit meiner freundin für die ganze klasse.

    es ist super lecker geworden Danke für das tolle rezept.Ich werde noch viel andere rezepte ausprobieren von der hompage :)) ;))

    Danke für das kompliment Ursula :)

    herzliche grüße ilvy

    Antworten
  4. Sigi

    Dieses Topfennockerl-Rezept ist wirklich ausgezeichnet! Danke! Als Wienerin muss ich jetzt nur a bissal klugscheißerln, was die anderen erwähnten Spezialitäten angeht: ja, der Plural von Topfennockerl ist zwar Topfennockerln, bei Obstknödeln sieht es aber schon anders aus. Das sind und bleiben Knödel. Auch im Pluarl. Aber wie bei den Paltschinken schon richtig geschrieben, gibt es keine Aprikosen- sondern Marillen-Knödel und in meinem Elterhaus sind vor allem die Zwetschkenknödel sehr beliebt. Zwetschken? Das ist jenes Obst, aus dem man Powidel herstellt mit dem man wiederum die besagten Wuchteln füllt – wobei zu sagen bleibt, dass ich hier in Wien noch nie etwas von Wuchteln gehört habe – wir nennen sie Buchteln. Und Holunder? Der schlampige Wiener sagt einfach Holler. Aber nun will ich nicht so dreist sein und behaupten, ganz Österreich spricht wie die Wiener…
    Die Topfennockerln waren auf jeden Fall herrlich – nicht zuletzt auch wegen der guten Beschreibung!
    Mit besten Grüßen aus Wien,
    Eine begeisterte Topfennockerl – Köchin

    Antworten
    1. Ursula Artikelautor

      Danke, danke! Schön dass die Topfennockerln schmecken.
      Jaja, die regionalen Feinheiten ;-) Bei uns wurden Wuchteln (nicht Buchteln) immer nur mit Marillenmarmelade gefüllt, nie mit Powidl. Aber ich weiß, dass das in anderen Teilen Österreichs, fernab des Kremstals, wohl anders ist. Holunder war selbstverständlich auch Holler, ich muss mich halt immer ein bissl kompromissbereit geben, sonst findet die Rezepte keiner (also, die Mehrheit der Deutschsprachigen) im Google nicht. Danke für den Kommentar ;-)

      Antworten
  5. Lisa

    Danke für Deine tolle Website, hab sie grad neu für mich neu entdeckt.
    Feine Fotos, feine Beschreibungen, alles super umzusetzen, alles macht neugierig und Lust aufs Selber-Ausprobieren – großes Kompliment!
    Die Topfennockerln entdecke ich über die „Top 5“.

    Das ultimative Topfennockerl-Rezept (weil noch schneller) ist für mich sogar noch einfacher als das Deine:
    250g Topfen, 1 Ei, 4 Esslöffel Mehl, etwas Salz. Zubereitung wie in Deinem Rezept.

    Das Mehl mahle ich mir immer frisch, und zu den Bröseln mische ich manchmal ein paar gemahlene Mandeln.
    Zum Nockerl-Formen nehme ich sogar nur Teelöffel, da werden aus dieser Menge ca. 12 Stück.
    Am allerbesten sind sie ganz frisch, total locker-fluffig.
    Sollten welche übrig bleiben, sind sie ganz gut zB am nächsten Tag zum Frühstück, in Scheiben geschnitten und etwas geröstet.

    Antworten
    1. Ursula Artikelautor

      Hallo Lisa! Schön, dass du meine Seite gefunden hast ;-) Die Nockerln nach deinem Rezept muss ich auf jeden Fall ausprobieren. Mehl hab ich noch nie selbst gemahlen, hört sich aber sehr spannend an!! Viel Spaß beim Stöbern in den Rezepten.

      Antworten
  6. SimBer

    Auf der Suche nach einem fluffigen Topfennockerlrezept sind wir (ich und mein Freund) auf dieser Homepage gelandet. Mittlerweile, haben wir einige dieser köstlichen Rezepte in unser „Kochrepertoir“ aufgenommen. Wir sind einfach begeistert! Heute gibt es wieder einmal das unglaublich leckere Erdäpfelgulasch! Dieser Blog ist eine Bereicherung für unsere Küche! Vielen Dank.

    Antworten
    1. Ursula Artikelautor

      Dankeschön! Da werd ich ja noch rot ;-) Toll, wenn ihr einige Gerichte vom Blog in euer Kochrepertoire aufnehmt! Ein Gericht, das ich wirklich oft mache ist übrigens Kaya – nur so zur Info. Vielleicht schmeckt euch dieser Kokosaufstrich ja genauso wie mir ;-)

      Antworten
  7. Sky

    Hallo. Hab die topfennockerln heute ausprobiert, ich war sehr skeptisch weil das ganze sehr weich ist. Und wusste nicht ob das was wird. Aber hat super funktioniert, für mich sind sie perfekt geworden 😆 und schmecken tun sie auch sehr lecker . Hab ein foto reingestellt. Danke , ein tolles Rezept. Glg Sky ☺

    Antworten
    1. Ursula Artikelautor

      Hallo Sky,
      Ja, die Konsistenz der Nockerl ist zum skeptisch werden ;-) Aber dann gelingen sie doch. Schön, dass du das Rezept ausprobiert hast!!

      Antworten
  8. Ulli

    Liebe Ursula,

    super Rezept – ist in meiner Standard-Auswahl gelandet :). Heut hab ich es pikant ausprobiert: in den Teig etwas mehr Würze und Kräuter, ein Suppengemüse sehr fein geschnitten und in der Pfanne mit Butter angebraten – Nockerl dazu. Funktioniert für die nicht so „Süßen“ im Haus wunderbar.
    Liebe Grüße aus dem Wienerwald
    Ulli

    Antworten
    1. Ursula Artikelautor

      Hört sich sehr gut an, die pikante Version. Muss ich einmal ausprobieren ;-) Super, dass du das Tofennockerl-Rezept in euer Koch-Repertoire aufgenommen hast. Das freut mich total!!

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.