Marillenknödel aus Topfenteig

17. Juli 2020
FacebookTwitterPinterest

Einfache Marillenknödel Rezept

Diese traditionellen Marillenknödel aus Topfenteig sind zuckerarm und enthalten keine Butter. Sie schmecken auch mit anderem Obst köstlich, beispielsweise mit Zwetschgen oder Erdbeeren, und lassen sich gut einfrieren.

 

Marillenknödel sind eine österreichische Mehlspeise, die im Sommer nicht fehlen darf. Vor allem in den Marillenanbaugebieten, wie der Wachau, stehen die Knödel hoch im Kurs.

 

Marillenknödel Rezept Österreich

Rezept für Marillenknödel mit Topfenteig

Die wohl einfachste Variante sind Marillenknödel aus Topfenteig. Und bevor einige LeserInnen jetzt Kopfschüttelnd die Seite verlassen, hier noch die Übersetzung, damit man die österreichischen Begriffe auch in Deutschland versteht: Marillen = Aprikosen. Topfen ist ähnlich wie Quark, aber trockener (Quark daher im Mulltuch abtropfen lassen). Topfen hat rund 20 % Fettanteil, Magertopfen etwa 10 %.

 

Für dieses Rezept verwende ich Topfenteig, da dieser mit seiner ganz leicht säuerlichen Note perfekt zu den süßen Marillen passt. Um den Teig herzustellen, muss man nur eine Handvoll Zutaten mit einer Gabel zusammenrühren, kurz ziehen lassen, und den Teig anschließend um die entkernten Marillen hüllen. Anstatt mit Topfenteig, können süße Fruchtknödel auch mit Erdäpfelteig (Kartoffelteig) oder Brandteig gemacht werden. Die Topfenteig-Variante ist meiner Meinung aber geschmacklich die beste und auch die einfachste.

Marillenknödel mit Topfenteig Rezept

Marillen mit Kochlöffel entkernen

Marillen mit Kochlöffel entkernen für Marillenknödel

Der Marillenkern lässt sich mit einem Kochlöffelstiel einfach entfernen: Mit dem Kochlöffelstiel auf die Seite mit dem Stielansatz drücken, bis sich der Kern auf der anderen Seite herausschiebt.

Die Marille sollte beim Entkernen übrigens möglichst im Ganzen bleiben, dann halten die Knödel besser zusammen. Das macht man am besten mit einem Kochlöffelstiel (siehe Bild), oder man schlitzt die Marillen oben oder seitlich mit einem Messer auf und entkernt sie anschließend. Der Vorteil der Messer-Aufschneide-Variante ist, dass man die Marille viel leichter mit dem Würfelzucker füllen kann.

 

Fruchtig-süßer Kern

Traditionelle Marillenknödel Rezept

Die entkernten Marillen kann man mit einem Stück Würfelzucker füllen.

Wer wie ich gerne eine besonders süße Füllung hat, kann in die entkernten Marillen ein Stück Würfelzucker stecken. Der Zucker schmilzt während des Kochens und wird zu fruchtig-süßem Sirup. Diesen Schritt kann man natürlich auch weglassen, doch wer würde das schon?

 

Wer keinen Würfelzucker zu Hause hat, kann stattdessen auch einen Teelöffel Kristallzucker verwenden. Hierfür die Marillen am besten nicht mit dem Kochlöffelstiel entkernen, sondern oben oder seitlich mit dem Messer einritzen – sie lassen sich sonst nur sehr schwierig mit Zucker füllen.

Marillenknödel einfrieren Rezept

Den Teig in Portionen teilen und die Marillen damit umhüllen.

Was unterscheidet dieses Rezept von anderen?

Wenig Zucker und Butter: Diese Marillenknödeln enthalten wenig Zucker und Butter. Die meisten Rezepte geben etwas Butter in den Topfenteig, ich finde das gar nicht nötig und habe die Butter überhaupt weggelassen. Ich habe dieses Rezept auch mit etwas Butter im Teig probiert und konnte kaum einen Unterschied feststellen. Lediglich die Butterbrösel benötigen etwas Butter, aber auch hier ist der Anteil mit 2 Esslöffel sehr gering.

 

Mehl, Grieß und Semmelbrösel: Ich verwende für den Teig Mehl, Weizengrieß und Semmelbrösel zum Binden der Topfen-Ei-Masse. Das macht den Teig ein bisschen lockerer. So richtig luftig soll ein Marillenknödel-Teig ohnehin nicht sein. Die meisten anderen Marillenknödel-Rezepte mit Topfenteig verwenden ausschließlich Mehl – das macht den Teig meiner Meinung nach oft etwas „speckig“.

Marillenknödel einfaches Rezept

Die Marillenknödel lassen sich übrigens auch gut einfrieren. Wie man das macht, findet ihr im Rezeptteil (Tipp ganz unten). Guten Appetit!

 

 

Marillenknödel aus Topfenteig

Ergibt 8 Knödel (2 Hauptspeisen- oder 4 Dessertportionen)

Marillenknödel aus Topfenteig

Rezept für traditionelle Marillenknödel aus Topfenteig. Die Knödel sind zuckerarm und enthalten keine Butter. Sie schmecken auch mit anderem Obst, wie Zwetschgen oder Erdbeeren, köstlich und lassen sich gut einfrieren (siehe Tipp). Die Butterbrösel reichen für 8 Knödel und es bleiben 2-3 EL zusätzlich übrig. Wer gerne mehr Extra-Brösel hat, erhöht die Zutaten leicht.

Rezept: Ursula | tasteoftravel.at

Zutaten

    Für den Teig:
  • 250 g Topfen (20 % Fett oder mager, kein Bröseltopfen)*
  • 1 Ei (M)
  • 45 g (ca. 4 EL) feiner Weizengrieß
  • 45 g (ca. 4 leicht gehäufte EL) Mehl**
  • 15 g (ca. 3 EL) feine Semmelbrösel
  • 15 g (ca. 1 EL) Zucker
  • 1/3 TL Salz
  • Für die Füllung:
  • 8 kleine Marillen/Aprikosen
  • 8 Stück Würfelzucker (optional, siehe Pkt. 3)
  • Für Butterbrösel:
  • 20 g (ca. 2 EL) Butter
  • 60 g feine Semmelbröseln
  • 1 EL Zucker
  • Staubzucker zum Bestäuben (optional)

    EL/TL sind immer gestrichen, wenn nicht anders angegeben, siehe verwendete Maßeinheiten

Zubereitung

  1. Topfen-Packung öffnen und, falls vorhanden, die Molke abgießen. Topfen mit allen restlichen Teig-Zutaten in einer Schüssel mit einer Gabel glatt rühren. Die Masse für mindestens 1/2 Stunde (besser 1 Stunde oder gerne auch länger) in den Kühlschrank stellen. Kalter Teig lässt sich besser formen.
  2. In der Zwischenzeit die Marillen entkernen. Damit sie möglichst im Ganzen bleiben mit einem Kochlöffelstiel auf die Seite mit dem Stielansatz drücken, bis sich der Kern auf der anderen Seite herausschiebt. Alternativ mit einem Messer oben oder seitlich aufschlitzen und entkernen.
  3. Optional, aber empfohlen: Die entkernten Marillen mit einem Stück Würfelzucker (oder ein halbierter Würfelzucker bei kleinen Marillen) füllen. Wer keinen Würfelzucker zu Hause hat, kann die Marillen auch mit einem Teelöffel Kristallzucker füllen (dann mit Messer oben oder seitlich einritzen) oder ungezuckert verwenden.
  4. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche eine Teigrolle formen und in 8 gleich große Stücke teilen (bei großen Marillen nur 7 Teigstücke). Jedes Teigstück rund- und flachdrücken und die Marillen damit umhüllen und die Naht gut verschließen. Die Ränder sollten dabei nicht zu mehlig sein, sonst hält der Teig schlecht. In diesem Fall mit etwas Wasser befeuchten. Beim Formen der Knödel darauf achten, keine Luft einzuschließen. Sonst schwimmen die Knödel von Anfang an an der Oberfläche und platzen leichter auf. Nun könnte man sie auch einfrieren, siehe Tipp unten.
  5. Leicht gesalzenes Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und die Knödel darin für ca. 13-15 Minuten in schwach wallendem Wasser köcheln lassen. Zu Beginn sinken die Knödel ab und steigen gegen Ende der Kochzeit auf.
  6. Während die Knödel kochen, die Butterbrösel zubereiten. Butter in einer großen Pfanne zerlassen und Semmelbrösel und Zucker golden anrösten.
  7. Knödel mit einem Lochschöpfer aus dem Wasser heben, gut abtropfen lassen und in die Pfanne mit den Bröseln setzen. Die Knödel darin wälzen. Wer möchte, kann sie noch mit Staubzucker bestreuen. Marillenknödel schmecken als Haupt- oder Nachspeise. Guten Appetit!

Tipp

* Topfen: Der österreichische Topfen ist nicht mit dem deutschen Quark gleichzusetzen. Topfen hat eine feste Konsistenz und einen geringeren Wasseranteil als Quark. Wer Quark verwendet, sollte ihn vor Verwendung durch ein Mulltuch abtropfen lassen.

** Mehl: Ich verwende für dieses Rezept meist Universalmehl W480 (das ist eine Mischung aus glattem und griffigem hellen Weizenmehl), aber auch ein rein griffiges oder glattes Mehl W480 funktioniert. Deutschland: Type 405 (fein ausgemahlen) oder ein helles Weizenmehl mit etwas gröberer Körnung (griffig) verwenden.

Einfrieren: Die geformten, ungekochten Knödel mit Abstand zueinander auf ein Blech/Schneidebrett, das mit Backpapier belegt ist, im Gefrierschrank vorfrieren. So kleben die Knödel später nicht zusammen. Anschließend in einen Gefrierbeutel geben (ich gebe portionsweise immer 2 Stück in ein Gefriersackerl). Die Knödel bei Bedarf einfach im tiefgefrorenen Zustand wie im Rezept beschrieben in Salzwasser kochen. Die Kochzeit verlängert sich geringfügig.

https://www.tasteoftravel.at/marillenknoedel/

 

Marillenknödel aus Topfenteig zuletzt geändert: 17 Juli 2020 von Ursula

6 Gedanken zu „Marillenknödel aus Topfenteig

    1. Ursula Artikelautor

      Liebe Katharina,
      Freut mich, wenn du die Knödel probieren möchtest. Ich finde, die Brösel machen den Teig ein bisschen luftiger. LG, Ursula

      Antworten
  1. Lilia

    Liebe Ursula,

    herzlichen Dank für dieses Rezept. Ich habe Schichtkäse als Topfen verwendet, es hat vom Ergebnis her gut geklappt, nur der Teig war etwas feucht. Geschmeckt haben die Marillenknödel fantastisch!

    Auf dem Weg will ich mich auch für die tollen Burgerpatties direkt aus der Hackfleischpackung bedanken, das ist eine geniale Methode, die wir jetzt immer verwenden.

    Du hast einen tollen Blog, bei dem die Gerichte und keine Inszenierung eines Images im Mittelpunkt stehen. Ich weiß das sehr zu schätzen und zu genießen. Vielen Dank für Deine Arbeit und fürs Teilen.

    Liebe Grüße aus Aachen

    Lilia

    Antworten
    1. Ursula Artikelautor

      Hallo Lilia,

      Ah, super wenn das so halbwegs geklappt hat. Sonst einfach ein bisschen mehr von den trockenen Zutaten in den Teig mischen. Ich weiß, zu feuchter Teig ist relativ schwierig zu formen.

      Danke für das Kompliment! Ich mache die patties auch fast but mehr so. Das geht blitzschnell und sie werden richtig schön locker, ohne auseinanderzufallen :-) LG und vielen Dank für deinen Kommentar!

      Antworten
  2. Robert

    Grüsse aus Estland!

    Danke für dieses Rezept! Ich habe solche Knödel einmal in Wien gegessen und habe nie vergessen. Jetzt kann ich sie selbst machen. Zum Glück is unser „Topfen“ (auf estnisch „kohupiim“) sehr ähnlich als in Österreich.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.