Naan – Indisches Fladenbrot

16. August 2014
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Naan indisches Fladenbrot

Naan ist mit Abstand mein indisches Lieblings-Fladenbrot, da es schön luftig und außerdem größer als die andere Brote ist ;-) In Indien werden Fladenbrote wie Naan im Tandoor-Ofen bei sehr hoher Hitze gebacken. Das Brot bleibt dabei nur wenige Sekunden im Tandoor. Die Naan-Herstellung funktioniert aber auch ohne diesen speziellen Lehmofen in der Pfanne.

Nach langem Rezepte ausprobieren, finde ich folgendes Rezept am besten – auch wenn es durch einen Zufall entstanden ist. Die Butter zum Bestreichen des Brots habe ich damals versehentlich in den Teig gemischt – und das Resultat war einfach köstlich.

Dieses Rezept kommt ganz ohne Germ aus und ist daher schnell und einfach zubereitet. Einzig das Teig ausrollen ist etwas anspruchsvoller.

Naan Teig ausrollen

Das Brot soll auf rund 2 mm Stärke ausgerollt werden – aus der angegebenen Menge ergeben sich daher 4 Brote mit je 22 cm Länge und 16 cm Breite – Naan ist in der Regel oval. Dafür die die 4 Teigstücke zu Kugeln formen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche unter wiederholtem Wenden mit einem Nudelholz ausrollen. Ich mache das derzeit mit einem Kindernudelholz, das ich mir jetzt endlich online bestellt habe – leider unabsichtlich in Kindergröße. Ja wer hätte gedacht, dass bei der Länge auch die Handgriffe mitgezählt werden und nicht nur die Rollfläche ;-)

Während das Brot in der Pfanne (ohne Öl) bei mittlerer bis hoher Hitze angebraten wird, entstehen auf der Oberseite Luftblasen. Diese nach dem Wenden des Brots mit einem Pfannenwender ab und zu nach unten drücken. Wenn sich das Brot auf der Unterseite goldgelb-hellbraun färbt, wenden und wiederum goldbraun backen. Wird das Brot eher knusprig, ist es wahrscheinlich zu dünn ausgerollt oder die Hitze zu hoch.

Die fertig gebackenen Naan in ein Geschirrtuch wickeln, so werden sie noch weicher und bleiben außerdem länger warm. Das Geschirrtuch sollte allerdings nicht nach Waschmittel riechen ;-) Wer möchte, kann die Brote mit zerlassener Butter bestreichen oder zusätzlich noch mit Knoblauch einreiben. Dieses Brot passt zu jedem indischen Gericht – beispielsweise Dhal oder Aloo Masala.

Naan Fladenbrot

 

Naan ohne Germ – Indisches Fladenbrot

Ergibt 4 Brote (22 x 16 cm)

Naan ohne Germ – Indisches Fladenbrot

Zutaten

  • 160 g Mehl, universal, plus Mehl zum Arbeiten
  • ½ TL (Weinstein-)Backpulver
  • ¼ TL Natron
  • ½ TL Zucker (2 g)
  • ¾ TL Salz (3,5 g)
  • 50 ml Milch
  • 3 EL Butter (27 g)
  • 65 g Naturjoghurt
  • Optional: zerlassene Butter zum Einstreichen, Knoblauchhälften

    EL/TL sind immer gestrichen, siehe verwendete Maßeinheiten

Zubereitung

  1. Mehl, Backpulver, Natron, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen.
  2. Butter und Milch gemeinsam in einem Topf erwärmen, bis die Butter vollständig zerlassen ist. Kurz abkühlen lassen.
  3. Joghurt in eine große Rührschüssel geben und die warme Milch-Butter-Mischung langsam einrühren.
  4. Die trockenen Zutaten nach und nach mit einem Löffel in die flüssigen rühren. Wenn sich die Bestandteile verbinden zuerst in der Schüssel, dann auf einer Arbeitsfläche zu einem geschmeidigen Teig kneten. Wenn der Teig noch klebrig ist, noch ein wenig Mehl hinzufügen.
  5. Mindestens ½ Stunde unter der umgedrehten Schüssel oder mit einem Geschirrtuch bedeckt rasten lassen - je länger, desto weicher wird der Teig. Er kann auch über Nacht im Kühlschrank rasten; dann ½ Stunde vor der Verarbeitung temperieren lassen.
  6. Den Teig in 4 Portionen (à knapp 80 g) teilen und rund 2 mm dünn auf einer bemehlter Fläche auf 22 cm Länge und 16 cm Breite oval ausrollen. Teig dabei immer wieder wenden und bemehlen.
  7. Eine beschichtete oder gusseiserne Pfanne auf dem Herd erhitzen – sie soll gut vorgeheizt sein.
  8. Die Teigfladen zwischen den Händen schwenken um überschüssiges Mehl zu entfernen und ohne Öl in der Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze backen. Wenn die Teigoberseite Blasen wirft und die Unterseite Farbe annimmt, wenden. Die zweite Seite ebenso backen.
  9. Mehlrückstände in der Pfanne mit einem Küchenpapier entfernen und die restlichen Naan backen. Die fertigen Naan in ein Geschirrtuch einschlagen – so bleiben sie länger warm und weich.
  10. Die Brote noch heiß essen - entweder pur oder mit flüssiger Butter bestrichen (Butter-Naan) – dadurch werden sie noch weicher. Für Knoblauch-Naan die Brote mit Butter und den Schnittflächen der Knoblauchhälften einstreichen.

Tipp

Wenn die Brote hart werden, ist entweder der Teig zu dünn ausgerollt oder die Pfanne zu heiß.

http://www.tasteoftravel.at/naan/

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Schicke dazu einfach ein Bild an ursula@tasteoftravel.at

Naan von User nachgekochtUserin elkhaus hat Naan gebacken: "Dass Naan so simpel zuzubereiten sind, hätte ich mir nie gedacht. Ich mache bestimmt bald wieder welche! Das Aloo Masala daneben war auch sensationell." 

Naan von Userin nachgekochtLeserin Alex:"So einen weichen Teig hatte ich noch nie in Händen. Beim Backen in der Pfanne entstehen richtig schöne Luftblasen, die das Fladenbrot dann schön luftig machen. Einfach toll, danke!"

Naan von Userin nachgekochtthe everyday kitchen schreibt:"Ich habe die Blaubeernocken zum Frühstück gemacht und das Naan gleich zu Mittag. Beides ist super gelungen. Die Rezepte waren gut erklärt, daher habe ich gleich zwei Rezepte an einem Tag ausprobiert." 


Naan von Userin nachgekochtDaniela hat Naan auf dem Grill zubereitet: "Ich weiss, eigentlich isst man dieses Naan's anders, aber in dieser „Form" waren sie auch sehr lecker (belegt mit Grillgemüse, Lammköfte und Joghurtdip) 
lg, Daniela" 
(siehe auch Kommentar weiter unten)
Naan – Indisches Fladenbrot zuletzt geändert: 4 April 2016 von Ursula

18 Gedanken zu „Naan – Indisches Fladenbrot

  1. Johanna

    Heute habe ich dein Aloo Masala mit dem Naan zusammen gekocht und es hat allen super geschmeckt. Besonders das Naan werde ich ab jetzt bestimmt öfter mal zubereiten. Vielen Dank für die tollen Rezepte! :)

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  2. Doris Schellenbacher

    Mache das Rezept schon das zweite mal und ich muß sagen es ist so wunderbar, reiche heute Abend Gyros dazu. Bin gespannt wie es ankommt!

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  3. Daniela

    Hallo Ursula,
    Dieses Naan-Rezept ist wirklich ganz toll und empfehlenswert! Danke dass du es mit uns teilst. Als „Ayurvedi“ bin ich etwas heikle mit der Verwendung und Kombination von Milch, deshalb habe ich die Kuhmilch einfach durch Reismilch ersetzt und das ging auch ganz prima. Vorsichtshalber habe ich auch gleich mal die doppelte Menge produziert, und siehe da, alles ging auf und wurde mit Freude vernascht. Bei den frühlingshaften Temperaturen konnten wir die Naan-Fladen sogar draussen am Grill zubereiten.
    herzlicher Gruss, d

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    1. Ursula Artikelautor

      Hallo Daniela,
      super! Am Grill hab ich es noch nie probiert, das wird aber nachgeholt! Schön, dass das Rezept auch mit Reismilch funktioniert!

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  4. Pingback: Pulled Lamb mit Kaffee-Rub in selbstgemachtem Naan Brot ... |Compliment to the Chef

  5. Petra

    Hallo Ursula! Habe dein Naan-Rezept ausprobiert (den Teig über Nacht i.d. Kühlschrank gegeben) und heute meinen Gästen zum Indischen Hühnercurry mit Couscous serviert, es war das Highlite des Esssens!! Danke, für dieses einfache, aber super leckere Rezept!! Liebe Grüße Petra

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    1. Ursula Artikelautor

      Hallo Ana, Oje – ist dein Teig zu flüssig oder fest?? Ich mache diese Naan eigentlich regelmäßig und immer nach diesem Rezept. Falls dein Teig zu flüssig ist, einfach etwas mehr Mehl zugeben, bis ein weicher aber knetbarer Teig entsteht. Bzw. ein anderes Naturjoghurt probieren (Sauerrahm geht genauso), vielleicht klappts dann. Ich hoffe du probiert das Rezept nochmal ;-)

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  6. Claudia

    Ha. SEHR lecker! DAS Rezept hat dann funktioniert. Keine Ahnung, weswegen die zwei zuvor nicht geklappt haben. Ich habe es noch gefüllt, mit einer Mischung aus Kokosflocken, gehackten Pistazien und vorher eingeweichten Rosinen. Das mit dem rechtzeitig rausnehmen muss ich noch ein bischen üben, aber so grundsätzlich kriege ich das auch noch hin. DANKE!

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  7. Elisabeth

    Danke für dieses tolle Rezept.Ich wollte heute fertiges Naan kaufen, aber nach einem Blick auf die Zutaten, ist mir das Grausen gekommen ;-)
    Ich hab dann dein Rezept gefunden und gleich zu unserem Butter Chicken heute mittag ausprobiert. Es hat super funktioniert, war mindestens so gut wie beim Inder und auch meine beiden Jungs waren begeistert. Jetzt hab ich grad mein Rezeptebuch geschnappt, um es darin fürs nächste Mal gleich festzuhalten.Und dann stöbere ich noch durch die anderen Rezepte hier :-)
    Lg elisabeth

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    1. Ursula Artikelautor

      Hallo Elisabeth! Ja, stimmt genau. Bei den Zutaten mancher fertiger Lebensmittel kann einen schon das Grausen kommen. Super dass das Naan gleich so gut funktioniert hat. Ich mag das auch total!! Ich mach immer gleich die doppelte Menge und falls was übrig bleibt, frier ich die fertig gebackenen Naan ein. Ein Kurzes Aufbacken im Ofen (am besten in Alufolie eingepackt) reicht. Hoffentlich findest du noch andere Rezepte, die dir zusagen. Gibt Bescheid falls Fragen auftauchen, LG Ursula

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  8. Martin

    Vielen vielen Dank für dieses einfache und geniale Rezept!! Wenn ich gewusst hätte, wie schnell und easy man sensationell gute Naan-Brote herstellen kann, hätte ich schon viel früher auf das künstliche ewig haltbare Fertigzeugs aus dem Supermarkt verzichtet!! DANKE!!

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    1. Ursula Artikelautor

      Lieber Martin, bitte gerne. Schon oder? Ich hätt mir auch nie gedacht, wie einfach diese Naan zu machen sind. Und ich mach dann auch gleich immer die doppelte Menge und friere jene die übrig bleiben ein ;-) So hab ich immer einen kleine Vorrat.

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  9. Dirk Thomas

    Da habe ich nach einem Rezept für ein schnelles Naan gesucht, und wo lande ich? Natürlich bei Taste of Travel.
    Zweimal habe ich nun das Brot gebacken, einmal zu selbst gemachten Palak Paneer und gestern zu einer Thali Platte. Das Brot ist wirklich richtig lecker, gestern habe ich noch frisch gepflückten Bärlauch darunter gemischt, etwas Butter geschmolzen und zusammen mit gepresstem Knoblauch und Schwarzkümmel kurz erhitzt. Kurz bevor Brot fertig ist, streiche ich es auf jeder Seite damit ein, bevor ich es rausnehme. Es bleibt dabei immer ein Rest vom gerösteten Schwarzkümmel in der Pfanne zurück und wenn ich das nächste Brot in die Pfanne gebe, wische ich es über die heiße Fläche und wende es sofort. So bleibt die Pfanne immer trocken und etwas vom Schwarzkümmel und vom Knoblauch haftet dann schon in der Nase und am Brot. Definitiv suchtgefährdend.
    Danke für die Inspiration!

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    1. Ursula Artikelautor

      Natürlich landest du bei Taste of Travel ;-) Super, dass du es an deinen Geschmack anpasst. Palak Paneer hab ich auch kürzlich wieder einmal gekocht, ach das könnt ich auch jederzeit essen. Und Thali ist sowieso das beste ;-) Klingt alles ganz nach meinem Geschmack!

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