No-knead Sauerteigbrot (ohne Kneten und Falten)

12. Juli 2016
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No-knead Sauerteigbrot Rezept

Dieses Brot kommt ohne Kneten und halbstündiges Falten aus. Für ein Sauerteig-Brot ist es turbo-schnell gebacken. Denn: Bei allen anderen no-knead Sauerteigbrot Rezepten, die ich bisher gefunden habe, muss das Brot über Stunden hinweg (meist zwischen 3 und 4 Stunden) halbstündlich gefaltet werden. Das ist mir, ganz ehrlich, oft zu zeit- und arbeitsintensiv.

 

Ich habe Rezepte, die ein häufiges Falten erfordern, mehrere Male ausprobiert und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass der ganze Aufwand das Ergebnis oft nur minimal verbessert. Für „faule“ Tage ist dieses Rezept daher genau richtig. Um genau zu sein: Einmal muss man das Brot falten, nämlich um es in Form zu bringen – allerdings könnte man hier auch von  „zu einem Laib formen“ sprechen. Also zählt es nicht ;-)

Sauerteig Topfbrot no-knead

Daher habe ich lange experimentiert, um ein Sauerteigbrot zu entwickeln, das einfach in der Handhabung ist (kein halbstündliches Falten) und dennoch großartig in Konsistenz und Geschmack ist. Große Porung inklusive. Juhuuu! Sauerteig-Brote brauchen zum Gehen zwar immer etwas Zeit, das liegt in ihrer Natur, aber die aktive Arbeitszeit hält sich bei diesem Rezept an der Untergrenze. Ich möchte fast behaupten, weniger Handhabe geht fast nicht mehr.

No knead Sauerteigbrot

Zutaten mischen, den Teig zu einem Laib formen und im Topf (oder einer Schüssel) gehen lassen.

 

No knead Sauerteigbrot - ohne Kneten und Falten

Nach 2-3 Stunden ist das Brot auf das doppelte Volumen aufgegangen.

No knead Sauerteig Brot im Topf

Backen, bis das Brot schön goldbraun ist.

Das folgende Brot ist nach dem Mischen der Zutaten in 4 Stunden backfertig. Das Brot kommt ganz ohne zusätzliche Hefe aus und verwendet Sauerteig als einziges Triebmittel. Insofern sind 4 Stunden Gehzeit für ein Sauerteigbrot wahnsinnig schnell. Sollte der verwendete Weizensauerteig sehr jung sein (weniger als einige Wochen) fehlt es ihm oft noch an ausreichend Triebkraft. Die Zugabe einer kleine Menge Hefe hilft beim Aufgehen.

No-knead Brot mit Sauerteig
Wer einen geeigneten hitzebeständigen Topf samt Deckel besitzt, der kleiner als 24 cm ∅ ist, kann das Brot direkt im Topf gehen lassen. Bei größeren Töpfen rate ich jedoch davon ab, da das Brot ansonsten zu flach wird. Wer nur einen großen Topf zur Verfügung hat, kann das Brot in einem sehr stark bemehlten Gärkörbchen gehen lassen und es dann vorsichtig in den kalten, nicht vorgeheizten Topf stürzen.

Sauerteig Topfbrot ohne Kneten

Während des Backens wird die Unterseite des Brots je nach Topf unterschiedlich schnell dunkel. Ich würde daher raten, das Brot beim ersten Backversuch 10 Minuten vor Backende aus dem Ofen zu nehmen, aus dem Topf zu stürzen und den Boden zu kontrollieren. Sollte die Unterseite noch nicht dunkel sein, noch ein wenig länger backen, bis die Oberseite eine schöne dunkle Farbe hat. Falls die Unterseite schon sehr dunkel ist, auf einem (kalten) Backblech fertig backen, bis die Oberseite goldbraun ist.

No knead Sauerteig Topfbrot

Gutes Gelingen!

 

No-knead Sauerteigbrot (ohne Kneten und Falten)

No-knead Sauerteigbrot (ohne Kneten und Falten)

Dieses Sauerteigbrot muss man weder Kneten noch Falten, was den aktiven Aufwand sehr gering hält. Das Brot hat schöne große Poren und ist geschmacklich großartig.

Rezept: Ursula Schersch | tasteoftravel.at

Zutaten

  • 250 ml Wasser (Raumtemperatur)
  • 100 g reifer Sauerteig (aus 50 g Mehl und 50 g Wasser), siehe Tipp
  • 9 g feines Salz, siehe Tipp
  • 350 g glattes Weizenmehl (W 700; Deutschland: Type 1050 oder eine Mischung aus Type 550 und 1050)
  • Außerdem: Ofenfester Topf, am besten aus Gusseisen (kein Teflontopf, keine Plastik- oder Silikongriffe) samt Deckel (Glasdeckel sind meist nicht für so hohe Temperaturen geeignet); 24 cm Ø oder kleiner, siehe Schritt 6

Zubereitung

  1. In einer großen Rührschüssel den reifen Sauerteig mit dem Wasser gründlich mit einem Schneebesen verquirlen, bis sich der Sauerteig aufgelöst hat. Die Hälfte des Mehls zugeben und gut durchrühren, rund 1 Minute. Restliches Mehl und Salz zugeben und mit einem stabilen (Koch-)Löffel einarbeiten, bis keine Mehlnester mehr zu sehen sind – rund 1 Minute.
  2. Den Teig zugedeckt in der Rührschüssel 2 Stunden bei Zimmertemperatur rasten lassen. Am besten einen Rührtopf mit passendem Deckel verwenden oder bei Verwendung einer Schüssel diese mit Frischhaltefolie abdecken. In dieser Zeit geht der Teig nicht oder kaum auf.
  3. Den Teig mit einer Teigkarte/Gummispatel auf eine sehr stark bemehlte Arbeitsfläche spachteln. Nun die Ränder einige Male Richtung Zentrum klappen, damit der Teig Spannung erhält. Den Teig auch auf der Oberseite mit Mehl oder Weizenkleie (mein Favorit) bestreuen, damit er nicht mehr klebrig ist.
  4. Einen hitzefesten Topf (24 cm Ø oder kleiner) mit Backpapier auslegen (muss nicht perfekt sein) und den Teig mittig in den Topf setzen, Nahtseite nach oben.
  5. Den Teig nochmals rund 2-3 Stunden zugedeckt bei Raumtemperatur gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat (2 Std bei rund 30°C, 3 Stunden bei 26°C, länger falls kühler).
  6. >> Anmerkung: Ist der Topf größer als 24 cm Ø, rate ich davon ab, das Brot direkt im Topf gehen zu lassen, da es zu flach wird. In diesem Fall stattdessen in einem sehr stark bemehlten Gärkörbchen auf knapp das doppelte Volumen gehen lassen.
  7. Den Backofen auf 250 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  8. Den Topf mit dem Brot zugedeckt 25 Minuten backen. Deckel abnehmen und nochmals 15-20 Minuten backen. Je nach Topf wird die Unterseite des Brots unterschiedlich schnell dunkel. Ev. das Brot beim ersten Backversuch 10 Minuten vor Backende aus dem Ofen nehmen, aus dem Topf stürzen und den Boden kontrollieren. Sollte die Unterseite noch nicht dunkel sein, noch ein wenig länger backen, bis die Oberseite eine schöne dunkle Farbe hat. Falls die Unterseite schon sehr dunkel ist, auf einem (kalten) Backblech fertig backen, bis die Oberseite goldbraun ist.
  9. Das Brot soll während des Auskühlens nirgends aufliegen - da es sonst „schwitzt“ - und soll stattdessen schön luftig liegen (zB auf einem Rost, der auf einem tiefen Teller oder einer Schüssel liegt). Wenn das Brot vollkommen abgekühlt ist (nach rund einer Stunde), kann es angeschnitten werden.

Tipp

Sauerteig: 1-2 EL (20 g) Sauerteig-Starter (= Anstellgut) mit 55 g Weizenmehl und 55 ml Wasser mischen und rund 12-15 Stunden (zB über Nacht) bei Raumtemperatur stehen lassen, bis er sich im Volumen verdoppelt bzw. verdreifacht hat. Der Sauerteig ist reif, wenn sich sein Volumen nicht mehr vergrößert und er schon am zusammenfallen ist. 100 g verwenden und die restlichen 1-2 EL als Starter für das nächste Mal in den Kühlschrank stellen. Wer einen sehr jungen (= wenig triebstarken ) Weizensauerteig verwendet, der vor weniger als einige Wochen angesetzt wurde, gibt am besten noch eine kleine Menge Trockenhefe hinzu.

Salz: Ich verwende feines Tafel- oder Meersalz. 9 g entspricht 1,5 amerikanischen TL oder 2 nicht gehäuften, herkömmlichen TL – diese nicht mit einem Messer glattstreichen, sondern nur mit dem Finger flachdrücken, da die Salzmenge ansonsten zu gering ist. Siehe mehr zu meinen Messmethoden unter: www.tasteoftravel.at/masseinheiten

https://www.tasteoftravel.at/no-knead-sauerteigbrot/

Hast du dieses Gericht nachgekocht? Hier könnte dein Ergebnis gezeigt werden. 
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Muffins von Userin nachgkeochtRegula: 
Liebe Ursula,
No knead Brot, beim zweiten Versuch mit einem nur einen Monat alten Sauerteig toll gelungen, mit langer Ruhezeit nach dem Formen.(4h bei 20 Grad) 
So lecker wie beim Bäcker, oder noch besser!
Vielen Dank
💗liche Grüsse aus der Schweiz, Regula
No-knead Sauerteigbrot (ohne Kneten und Falten) zuletzt geändert: 2 April 2020 von Ursula

8 Gedanken zu „No-knead Sauerteigbrot (ohne Kneten und Falten)

  1. Michaela

    Erstmal großes Lob für die Seite und die tollen Rezepte – hab schon das Pullapartbread ausprobiert und das war spitzenmäßig!

    Würde das No-Knead-Bread gern probieren. Züchte schon seit Monaten einen Roggensauerteig, der gute Triebkraft hat – würde es mit dem eventuell auch gehen? Vielleicht als Anstellgut verwenden mit mehr Weizenmehl?

    Vielen Dank im Voraus
    Michaela

    Antworten
    1. Ursula Artikelautor

      Hi Michaela! Danke, und freut mich dass das Pull-apart bread gut funktioniert hat ;-) Ehrlich gesagt, hab ich noch nie einen Roggen-Starter mit Weizenmehl gefüttert und weiß nicht, wie gut das funktioniert. Aber das müsstest du eigentlich schnell feststellen können, wenn du ihn mit 50g Weizenmehl und 50g Wasser fütterst und er über Nacht gut aufgeht. Falls du es probierst, kannst du zur Sicherheit noch 1/2 TL Trockenhefe zum Brotteig dazugeben. Und was ich auch tun würde ist, einen kleinen Teil deines Roggen-Starters vor dem Mischen mit dem Weizenmehl beiseite zu geben, damit du noch auf ein reines Roggen-Anstellgut zurückgreifen kannst. Ich habe das Sauerteig-Brot einige Male gemacht und festgestellt, dass es wirklich sehr wichtig ist, dass der Sauerteig reif ist (also schon sehr, sehr stark aufgegangen, und besser noch wieder am Einfallen ist). Ansonsten kann es sehr lange dauern, bis das Brot im Topf aufgeht. Ich freue mich jedenfalls, falls du das Brot probierst! LG Ursula

      Antworten
  2. Elen Von Chromuntore

    Hallo ursula ich bin grade im kroatien urlaub und wolte heute morgen brot backen mh denk ich kein messbecher da was machst PC an und dabin ich auf deine seite gestoßen ich habe dein sauerteig brot für mich abgewandelt den sauerteig bekomme ich hier nicht aber es geht auch ohne vielen danke für dein rezept und für den anstoß ein neues rezept zu probieren ich werde deine wedges morgen mal aus probieren freu mich schon drauf ach ja ich backe in einem heissluft -halogenofen im urlaub idela. gruß elen

    Antworten
  3. Nicole

    Liebe Ursula
    Das Brot ist wunderbar, habe es allerdings doch etwas länger gehen lassen im Gärkörbchen und erst am nächsten Morgen gebacken und das klassisch im vorgeheizten Gusseisentopf.
    Wirklich eine sehr gute Alternative zum Zeit- und Arbeitsaufwändigen „normalen“ Sauerteigbrot.
    Lieber Gruss
    Nicole

    Antworten
    1. Ursula Artikelautor

      Liebe Nicole,
      Super! Ja, da muss man sich ein wenig an den eigenen Sauerteig und dessen Geschwindigkeit anpassen ;-) Ich hab auch die Alternative mit dem heißten Topf sehr gerne :-) Vielen Dank für deinen Kommentar, LG Ursula

      Antworten
  4. Silvia

    Hallo! Kann man das Brot auch in einer normalen Form backen? (zB Kastenform) Habe leider keinen ofenfesten Topf zu Hause
    lg. Silvia

    Antworten
    1. Ursula Artikelautor

      Hallo Silvia,

      Entschuldige bitte die späte Antwort. Ja, kann man. Ich hab das Brot schon in einer Kastenform gebacken – funktioniert auch ganz ohne Abdecken beim Backen. Ist auch zum Gehen lassen sehr praktisch. Am besten die Form mit Backpapier auslegen. Lg, Ursula

      Antworten

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