Strawberry Pie

11. August 2014
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Strawberry-Pie

Strawberry-Pie: Hier noch heiß und flüssig, später abgekühlt und fest.

Passend zu meinem neuen Gastland, strebe ich danach, Pie-Expertin zu werden … was denn sonst ;-) – beim Essen bin ich’s schon. Für meine Küche hier war diese Erdbeer-Pie (ja, obwohl in meinen österreichischen Ohren falsch klingend, laut Duden ist Pie feminin) eine Premiere. Ich habe diesen Kuchen übrigens ohne die üblichen Hilfsmittel gemacht. Das heißt: Keine Küchenmaschine und was noch viel schlimmer ist, kein Nudelholz.

Mürbteig zubereiten

Nachdem ich hier in den USA erst kürzlich eine Wohnung bezogen habe, aber unbedingt gleich Pie backen wollte, war ich selbst schuld an dem zugegeben etwas mühsamen Prozedere. Normalerweise wird in kürzester Zeit mit einer Küchenmaschine ein Mürbteig zubereitet, Mehl wird mit Zucker und Salz vermischt, dann arbeitet die Maschine die kalte Butter in Stücken rasch ein und voilà, fertig ist die benötigte bröselige Mehlmischung. Die Butter soll in ganz kleine Kügelchen, die von Mehl umgeben sind, zerkleinert werden. Das Ergebnis soll von der Struktur her eher an Semmelbröseln, als an Erbsen, die versehentlich ins Mehl gefallen sind, erinnern. Nun, bis man mit den Fingerspitzen die Butterstücke soweit ins Mehl eingearbeitet hat, dauert das eine Weile. Aber es ist möglich, das weiß ich jetzt.

In diese Mehlmischung wird nun eiskaltes Wasser eingerührt, so wenig wie möglich, aber soviel, dass sich der Teig zu einer Kugel formen lässt. Das Wasser kann entweder gleich in der Küchenmaschine zugegeben werden, oder aber man rührt es händisch mit einem Löffel unter. Ich finde letztere Methode besser, da der Teig dadurch nicht überarbeitet wird.

Kalte Zutaten

Wichtig ist, dass alle Zutaten so kalt wie möglich sind. Dazu die Butter, wenn sie bereits in kleine Stücke geschnitten wurde, noch kurz in den Gefrierschrank stellen bevor sie ins Mehl eingearbeitet wird. Um eiskaltes Wasser zu erhalten, gebe ich immer einige Eiswürfeln ins Wasserglas. Manche Köche kühlen auch das Mehl und das Nudelholz und … aber es funktioniert auch so.

Wenn das Wasser zugegeben ist, und die Bestandteile anfangen, sich zu verbinden, den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche leben und rasch zu einer Teigkugel formen. Den Teig in zwei Portionen teilen, wobei ein Stück etwas größer als das andere sein sollte. Für den Teigboden wird das größere verwendet, für das Teiggitter das kleinere. Ein 45 % zu 55 %-Verhältnis reicht bereits aus. Mein Teig hatte 565 g und ich habe ihn in 260 g und 310 g Portionen geteilt. Das passt ziemlich genau.

Wer den Teig bereits jetzt, vor dem Kühlen in eine runde Form bringt, spart sich Muskelkraft für das Ausrollen nach dem Kühlen. Den Teig daher am besten mit einem Nudelholz auf einer bemehlten Arbeitsfläche tellergroß ausrollen, auf einen Teller, der mit Frischhaltefolie belegt ist hieven und mit Folie bedeckt in den Kühlschrank stellen. Mit dem zweiten Teil genauso verfahren. Die Not macht erfinderisch: Nun weiß ich, dass auch ein Trinkglas als Nudelholz verwendet werden kann ;-). Den Teig mindestens eine Stunde kühlen.

Die Frucht-Füllung

Während der Teig im Kühlschrank rastet, die Füllung zubereiten. Pies können mit den verschiedensten Früchten gefüllt werden – je nach Geschmacksvorliebe. Da hier derzeit Erdbeeren Saison haben, hab ich mich an diesem Klassiker versucht. Die Erdbeeren dafür entkelchen, waschen und trocken lassen bzw. mit einem Küchenpapier trocken tupfen. Nachdem die Füllung ohnehin noch flüssig genug wird, sollen die Erdbeeren wirklich trocken sein. Die großen Erdbeeren achteln, die kleineren vierteln. Ich habe 700 g verwendet, das sollte aber die Untergrenze sein, 750 bis 800 g sind wahrscheinlich fast noch besser. In einer eigenen Schüssel Stärke und Zucker vermischen – durch den feinen Kristallzucker klumpt die Stärke nicht. Diese Zuckermischung jetzt aber noch nicht mit den Erdbeeren mischen, sondern am besten erst dann, wenn die Erdbeeren in die Form kommen, sonst muss man sich mit Erdbeersaft herumschlagen…

Teig ausrollen

Den größeren Teil des Teiges aus dem Kühlschrank nehmen und mit viel Muskelkraft und einem Nudelholz auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Die angegebene Teigmasse reicht gut für eine 23 cm Ø Pie-Form mit 3,5 cm Tiefe aus. Den Teig immer wieder wenden und bemehlen. Der Teig soll etwas größer als die Form ausgerollt werden – Seitenwände und 1 cm Überhang einberechnet. Für eine 23 cm Form wäre das ein Durchmesser von 32 cm.

Um den dünn ausgerollten Teig heil in die Form zu bekommen, ist ein bisschen Geschicklichkeit angesagt.

Variante 1: Die Oberfläche des Teiges nochmals leicht bemehlen, den Teig auf die Hälfte zusammenklappen, dann nochmals vorsichtig auf ein Viertel zusammenklappen und in die Form heben. Die Teigspitze soll sich genau in der Mitte der Form befinden. Den Teig vorsichtig auseinanderfalten und in die Form einpassen. Es sollen keine Luftblasen eingeschlossen sein und der Teig soll ein bisschen über den Rand hängen. Dieser Teig lässt sich übrigens leicht flicken und zusammenstückeln.

Variante 2: Die Arbeitsfläche mit Wasser besprenkeln, einen großen Bogen Backpapier darauflegen (durch das Wasser haftet es besser) und den Teig direkt auf dem Backpapier ausrollen. Die Pie-Form mit der offenen Seite in Richtung Teig darauflegen, eine Hand unter das Backpapier bringen und den Teig durch rasches Umdrehen in die Form klappen. Nach der Erdbeer-Pie habe ich gleich noch eine Pfirsich-Grapefruit-Pie gemacht und so gleich beide Varianten ausprobiert – hat beides gut funktioniert! Allerdings rate ich davon ab, auch den Deckel auf dem Backpapier auszurollen. Durch das Papier bekommt der Teig ein paar kleinere Falten, was ja beim Boden nicht weiter stört. Nur bei den Gitterstreifen für den Deckel sind die Falten nicht ideal. Der Deckel sollte daher direkt auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausgerollt werden.

Den Teigboden in der Form kühlen und nun die andere Teighälfte rund ausrollen – ebenfalls etwas größer als die Form (ca. 26 cm Ø) und in 14 Streifen mit 1,5-2 cm Breite schneiden. Wer unsicher ist, kann 15 Streifen – also einen auf Reserve – zuschneiden.

Pie füllen

Nun kommt der Pie-Boden aus dem Kühlschrank. 1 Eiweiß mit 2 TL Wasser vermischen (nicht schaumig rühren) und den Boden damit bestreichen. Dadurch bleibt der Teig knusprig, da das Eiweiß das Einsickern der Flüssigkeit in den Teig verhindert.

Limettensaft zu den Erdbeeren geben und die Stärke-Zuckermischung mit wenigen Löffelbewegungen untermischen, dann das Ganze in die Pie-Form füllen und mit einem Löffel gleichmäßig verteilen. Die Oberfläche sollte relativ glatt sein.

Teig-Gitter flechten

Pie Gitter flechten

7 der 14 Teigstreifen mit Abstand zueinander parallel über die Pie-Füllung legen. Die Streifen sollen etwas über den Rand hinaus gehen.

Alle geraden Streifen (Nummer 2, 4 und 6) bis zur Hälfte zurückklappen und den ersten Querstreifen nahe der Mitte auf die übrigen (ungeraden) Streifen legen. Die zurückgeklappten Streifen darüber legen. Nun alle ungeraden Streifen (1, 3, 5 und 7) zurückklappen und den nächsten Querstreifen darüberlegen. So verfahren, bis alle Streifen verwoben über der Füllung platziert sind. Im Internet finden sich dazu genug Anleitungen, etwa hier oder hier.

Die Streifen am Rand festdrücken, den überhängenden Teig rundherum mit einer Schere abschneiden, ev. mit einer Gabel rundherum andrücken. Wer vor hat, den Rand dekorativ zu verzieren, benötigt meist einen Teigüberhang.

Das Teiggitter mit der restlichen Eiklar-Wasser-Mischung (Milch oder eine Eigelb-Milch-Mischung geht genauso) vorsichtig bestreichen. Achtung, der Teig ist weich und verformt sich leicht.

Pie backen

Da die Teigränder während des Backens eher sehr knusprig werden, am besten Alustreifen rund um die Form befestigen, die nach rund einer halben Stunde Backzeit über die Ränder geklappt werden können. In den USA sind so genannte „Pie Crust Shields“ üblich, aber Alufolie tut’s auch. Sie soll aber unbedingt befestigt werden, bevor der Kuchen in den Ofen kommt, denn bei der Folienfuzzlerei brennt man sich leicht.

Pie im vorgeheizten Backofen (200 °C Ober- und Unterhitze, 180 °C  Umluft ) rund 45 Minuten backen, bis die Oberseite golden ist. Auf einem Gitter auskühlen lassen. Die Füllung ist innen noch flüssig wenn sie heiß ist, beim Abkühlen dickt sie ein.

Strawberry Pie

Ergibt 23 cm Ø Pie-Form

Strawberry Pie

Zutaten

    Für den Teig
  • 180 g sehr kalte Butter
  • 300 g Mehl (W 480, universal od. glatt; Deutschland: Type 405)
  • ¾ TL Salz (3 g)
  • 3 EL Zucker (30 g)
  • 8-9 EL Eiswasser (80-90 ml)
  • 1 Eiklar zum Bestreichen
  • Für die Füllung
  • 700-800 g Erdbeeren (entkelcht, gewaschen und getrocknet)
  • 120 g feiner Kristallzucker
  • 5 EL Maisstärke (30 g)
  • 1 EL Limettensaft

    EL/TL sind immer gestrichen, siehe verwendete Maßeinheiten

Zubereitung

    Mürbteig zubereiten
  1. Die kalte Butter in kleine Stücke schneiden und in den Gefrierschrank stellen, währenddessen die restlichen Zutaten vorbereiten.
  2. Mehl, Salz und Zucker gut vermischen.
  3. Die kalten Butterstücke mit einer Küchenmaschine oder den Fingerspitzen in die Mehlmischung einarbeiten, bis eine fein bröselige Masse entsteht.
  4. 8 EL (80 ml) Eiswasser in einem großen Rührtopf mit einem Löffel unter die Mehlmischung rühren. Den bröseligen Teig auf der Arbeitsplatte rasch zu einem Teig kneten, damit die Butter nicht schmilzt. Bei Bedarf noch einen EL Wasser zugeben.
  5. Den Teig in zwei Stücke teilen, wobei ein Teil etwas größer als der andere sein sollte.
  6. Jedes Teigstück auf einer bemehlten Arbeitsfläche tellergroß ausrollen. Teller mit Frischhaltefolie/Backpapier auslegen, den Teig vorsichtig darauf legen und mit Frischhaltefolie abdecken. Den Teig mindestens eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen.
  7. Für die Füllung
  8. In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Die geputzten und getrockneten Erdbeeren zerkleinern.
  9. Die Stärke mit dem Zucker vermengen (so klumpt die Stärke nicht), aber noch nicht mit den Erdbeeren mischen – das am besten erst machen, kurz bevor die Erdbeeren in die Form kommen, da die Mischung sonst zu flüssig wird.
  10. Teig ausrollen
  11. Den größeren Teil des Teiges aus dem Kühlschrank nehmen und mit einem Nudelholz auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Den Teig immer wieder wenden und bemehlen. Der Teig soll etwas größer als die Form ausgerollt werden - Seitenwände und 1 cm Überhang einrechnen.
  12. Die Oberfläche des Teiges nochmals leicht bemehlen, den Teig auf die Hälfte zusammenklappen, dann nochmals vorsichtig auf ein Viertel zusammenklappen und in die Form heben. Die Teigspitze soll sich genau in der Mitte der Form befinden. Den Teig vorsichtig auseinanderfalten und in die Form einpassen. Es sollen keine Luftblasen eingeschlossen sein und der Teig soll wenig über den Rand hängen. Dieser Teig lässt sich leicht flicken und zusammenstückeln.
  13. Den Teigboden kühlen, nun die andere Teighälfte ausrollen – ebenfalls etwas größer als die Form. Den Teig in 14 Streifen mit 1,5-2 cm Breite schneiden.
  14. Pie füllen
  15. Pie-Boden aus dem Kühlschrank nehmen und mit einem Eiweiß, das mit 2 TL Wasser vermischt ist, bestreichen. Dadurch bleibt der Teig knusprig, da das Eiweiß das Einsickern der Flüssigkeit in den Teig verhindert.
  16. Erdbeeren mit Limettensaft und der Stärke-Zuckermischung vermengen und in die Pie-Form füllen.
  17. Teig-Gitter flechten
  18. 7 der 14 Teigstreifen (von Punkt 11) mit Abstand zueinander parallel über die Pie-Füllung legen. Die Streifen sollen über den Rand hinaus gehen.
  19. Gerade Streifen (2,4 und 6) bis zur Hälfte zurückklappen und den ersten Querstreifen darauflegen. Die zurückgeklappten Streifen darüber legen. Nun die ungeraden Streifen (1,3,5 und 7) zurückklappen und den nächsten Querstreifen darüberlegen. So verfahren, bis alle Streifen verwoben über der Füllung platziert sind.
  20. Die Streifen am Rand festdrücken, den überhängenden Teig rundherum mit einer Schere abschneiden, ev. mit einer Gabel rundherum andrücken. Wer vor hat, den Rand dekorativ zu verzieren, benötigt meist einen Teigüberhang.
  21. Das Teiggitter mit der restlichen Eiklar-Wasser-Mischung vorsichtig bestreichen (Achtung, der Teig ist weich). Alustreifen um die Form herum befestigen, die nach rund einer halben Stunde Backzeit über die Ränder geklappt werden können. Diese werden sonst zu knusprig.
  22. Pie backen
  23. Den Pie im vorgeheizten Backofen (200 °C Ober- und Unterhitze, 180 °C Umluft) rund 45 Minuten backen, bis die Oberseite golden ist. Nach rund 30 Minuten Backzeit die Alufolie über den Rand klappen.
  24. Pie auf einem Gitter auskühlen lassen. Die Füllung ist innen noch flüssig, wenn sie heiß ist, beim Abkühlen dickt sie ein.
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Strawberry Pie zuletzt geändert: 8 Juni 2017 von Ursula

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