Hummus – Kichererbsenpüree

17. Juli 2014
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Hummus

Was wären Mezze ohne Hummus? Die kleinen warmen und kalten Vorspeisen der orientalischen Küche gehören zu meinen allerliebsten Gerichten – allen voran Hummus. Wenn ich Zeit habe, dienen mir getrocknete Kichererbsen als Grundlage für Hummus. Da diese über Nacht in Wasser eingeweicht und dann noch gekocht werden müssen, ist die Hummus-Zubereitung eine etwas langwierige Angelegenheit. Getrocknete Kichererbsen lassen daher leider zu wenig Raum für Spontanität.

Anders sieht die Sache mit gekochten Kichererbsen aus der Dose aus, mit ihnen ist das Kichererbsenpüree im Nu hergestellt. Bei der Verwendung qualitativ hochwertiger, gekochter Kichererbsen lässt sich im fertigen Hummus kein oder nur ein sehr geringer Unterschied im Vergleich zur Original-Version feststellen.

Qualität gekochter Kichererbsen

Gekochte Kichererbsen weisen in Geschmack und Gargrad je nach Marke große Unterschiede auf. Ich bin Fan von den knackigen, die nicht bereits zu Tode gekocht wurden; diese sind auch für Kichererbsensalat die erste Wahl. Leider sind im Handel für meinen Geschmack überwiegend zu lange gegarte Kichererbsen erhältlich, daher am besten einfach einmal die verschiedenen Marken durchprobieren. Mir liegt zwar Produktwerbung fern, einen Tipp möchte ich aber trotzdem teilen: Ich habe beispielsweise mit den dampfgegarten Kichererbsen (in wenig Flüssigkeit eingelegt) aus dem Eigenmarken-Sortiment des Konzerns mit dem rot-gelben Logo gute Erfahrungen gemacht.

Von den Kichererbsen, um präziser zu sein, von ihrem Wassergehalt, hängt auch die Wassermenge ab, die zugegeben werden muss, um eine cremige Konsistenz zu erhalten. Sind sie bereits relativ weich, reduziert sich die zuzugebende Wassermenge entsprechend. Ich habe deshalb im Rezept eine von-bis Menge an Wasser angegeben – diese ist als ungefährer Richtwert zu verstehen, denn durch alle Marken habe ich mich noch nicht gekostet. Das Wasser daher schrittweise zugeben, bis eine cremige Paste entsteht, die leicht gedippt werden kann.

Knoblauch: ja oder nein?

Ich gehöre jener Fraktion an, die gerne einmal auf Knoblauch verzichtet – vor allem wenn er roh ist. Natürlich nicht bei allen Gerichten! Nachdem mir das selbst gemachte Hummus zu intensiv nach Knoblauch schmeckte, ließ ich ihn bei den nächsten Kochversuchen einfach weg. Nur … irgendetwas fehlte. Daher ging ich dazu über, erstens nur eine Knoblauchzehe auf 450 g Kichererbsen (Abtropfgewicht) zu verwenden und zweitens, ihn kurz anzubraten. Das nimmt ihm den intensiven Geschmack.

Sehr gut macht sich auch Knoblauch, der über dem Grill oder im Backofen weich gegart wurde (die Haut dabei immer dran lassen). Natürlich nur, wenn im Backofen noch ein anderes Gericht schmort, fürs grüne Gewissen. Nachdem das fertig zubereitete Hummus einige Tage im Kühlschrank haltbar ist, lege ich, wenn ich ein Gericht im Backofen backe, den Knoblauch daneben dazu. Bei Süßspeisen ist das übrigens nicht anzuraten, außer sie sollen mit einer Knoblauchnote durchzogen sein.

Für die Grill-Variante die Knoblauchzehen auf kurz in Wasser eingeweichte Holzstäbchen spießen und solange erhitzen, bis sie innen weich werden. Dann lassen sie sich ganz einfach aus der pergamentartigen Haut herausdrücken. Wird für das Hummus angebratener/gegrillter Knoblauch verwendet, kann auch etwas mehr als 1 Zehe verwendet werden, ohne gleich ein Knoblauch-Hummus zu fabrizieren.

Um aus den einzelnen Zutaten einen cremigen Aufstrich zu machen, die Kichererbsen mit dem Knoblauch, Zitronensaft, Salz, Kreuzkümmel, Olivenöl, Wasser und Tahin pürieren. Ich mache das immer mit einem Stabmixer. Tahin (Sesampaste) findet man in jedem größeren Supermarkt (meist bei den türkischen Produkten), in Asia-Shops, oft auch in Bio-Läden und selbstverständlich in türkischen Supermärkten.

Tahin vor der Verwendung gut durchrühren, damit sich die Ölschicht, die sich oft an der Oberfläche befindet, mit dem Rest gut durchmischt. Sobald das Hummus schön cremig püriert ist, in einer Schüssel oder auf einem Teller anrichten. Wer möchte kann das Hummus noch mit Olivenöl beträufeln und mit Kreuzkümmel und Chilipulver (die Gewürzmischung, nicht gemahlene Chilis) bestreuen. Mit Pita- oder Fladenbrot, und am besten noch ganz viel anderen Mezze, servieren.

Tipp: Ganz seidig fein wird Hummus, wenn man die Haut jeder einzelnen Kichererbse vor dem Pürieren entfernt. Das hört sich jetzt schlimmer an, als es tatsächlich ist – mir ist es aber trotzdem zu viel Arbeit ;-)

Schnelles Hummus

Ergibt 4 Portionen (mit Pitabrot zum Dippen); gemeinsam mit anderen Mezze für mehr Personen

Schnelles Hummus

Zutaten

  • 800 g gekochte Kichererbsen aus der Dose (450 g Abtropfgewicht)
  • 4 EL Tahin (40 g)
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt (kurz angebraten)
  • 1 EL Olivenöl (9 g)
  • 2½ EL Zitronensaft (25 g)
  • 1 TL Salz (4 g)
  • ½ TL gemahlener Kreuzkümmel
  • Ca. 130-150 ml Wasser
  • Olivenöl, Chilipulver (Gewürzmischung) und gemahlener Kreuzkümmel zum Servieren

    EL/TL sind immer gestrichen, siehe verwendete Maßeinheiten

Zubereitung

  1. Knoblauch fein hacken, den eventuell vorhandenen grünen Trieb entfernen (= bitter) und in wenig Olivenöl kurz bei mittlerer Hitze anbraten, aber nicht braun werden lassen! Das Anbraten verleiht dem Knoblauch eine unaufdringliche und dezentere Note.
  2. Kichererbsen absieben und mit Tahin, angedünstetem Knoblauch, Olivenöl, Zitronensaft, Salz, Kreuzkümmel und Wasser mithilfe eines Stabmixers fein pürieren. Die verwendete Wassermenge hängt davon ab, wie weichgekocht/knackig die Dosen-Kichererbsen sind. Um ein cremiges Hummus zu erhalten benötigt man je nach Marke einmal mehr, einmal weniger Wasser.
  3. Hummus in eine Schüssel füllen, mit Olivenöl beträufeln und nach Belieben mit Chilipulver (Gewürzmischung) und Kreuzkümmel bestreuen.

Tipp

Für seidenfeines Hummus die Kichererbsen vor dem Pürieren schälen. Die Arbeit hört sich übrigens schlimmer an, als sie ist.

https://www.tasteoftravel.at/hummus/

 

Hast du dieses Gericht nachgekocht? Hier könnte dein Ergebnis gezeigt werden. 
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Hummus – Kichererbsenpüree zuletzt geändert: 27 Juni 2019 von Ursula

6 Gedanken zu „Hummus – Kichererbsenpüree

  1. Konstantin

    Danke für den Tipp mit dem Schälen!

    Ging doch recht einfach, wenn man die Erbsen aneinander reibt. Jetzt ist der erste Hummus schon fast alle – und die zweite Runde ist schon in der Mache. :)

    Liebe Grüße

    Antworten
    1. Ursula Artikelautor

      Hallo Konstantin,
      Ich muss zugeben ich bin meist zu faul um die Kichererbsen zu schälen, aber wenn man wirklich ein super-cremiges Hummus haben will, zahlt es sich aus :-) Freut mich, dass du es ausprobiert hast!

      Antworten
  2. Viktor Zalesak

    Den besten Hummus (original) ist nach israelischer Art . Koche einfach getrocknete anstatt in der Dose Kichererbsen. Sagen meine Verwandten halt.

    Antworten
    1. Ursula Artikelautor

      Lieber Viktor,
      Ja, ich nehme an, das ist wirklich die beste Methode. Ich muss aber ganz ehrlich sagen, oft bin ich zu faul dafür und verwende daher auch vorgekochte :-) Besonders für kleine Mengen. Vielen Dank für deinen Kommentar!

      Antworten

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