Rezept für ein traditionell österreichisches, cremiges Kartoffelgulasch. Für eine vegane Variante die Wurst weglassen und die Salz und Pfeffermenge leicht erhöhen - etwas geräuchertes Paprikapulver macht sich ebenfalls gut - oder mein Rezept für veganes Erdäpfelgulasch verwenden.
2gestr. TLKümmel, im Mörser mittelfein zerstoßen (oder 1 TL gemahlen)*
1gestr. TLKoriandersamen, im Mörser mittelfein zerstoßen (oder ½ TL gemahlen)*
½gestr. TLZucker
½gestr. TLSalz
2Lorbeerblätter
1Suppenwürfel (für ½ l Suppe)
½TLfrisch gemahlener, schwarzer Pfeffer
1 ¾ - 2lheißes Wasser
Butterschmalz oder Öl zum Braten (vegan: Öl)
Zubereitung
Kartoffeln schälen, waschen und in 1,5-2 cm große Würfel schneiden. Beiseite stellen.
Zwiebeln schälen, längs halbieren und in ebenmäßige, feine Ringe schneiden, damit sie beim Anbraten gleichmäßig bräunen. Die Zwiebelringe mit 2 EL Butterschmalz/Öl in einem großen Topf unter ständigem Rühren 5 Minuten bei hoher Hitze anbraten, anschießend rund 15 Minuten bei mittlerer Hitze, regelmäßig Rühren. Die Zwiebeln sollen weich und in der Farbe golden bis hellbraun sein (zu dunkel angebraten werden Zwiebeln bitter).
Knoblauch mit einer Presse oder Reibe direkt in den Topf pressen/reiben und in den letzten 2 Minuten mit den Zwiebeln mitrösten.
Einen Topf mit 2 l heißem Wasser bereitstellen (von dem später heißes Wasser in den Gulaschtopf geschöpft wird).
Paprika zugeben, kurz mit den Zwiebeln anrösten (dafür sollte ausreichend Öl im Topf sein, nicht anbrennen lassen!) und mit Essig ablöschen. Tomatenmark, Majoran, Kümmel und Koriander zugeben, kurz durchrühren und mit einem großen Schöpfer (ca. 250 ml) heißem Wasser aufgießen. Umrühren und einkochen lassen.
Nochmals einen Schöpfer Wasser zugeben und soweit einkochen lassen, bis die Zwiebel-Paprika-Sauce cremig wirkt, meist nur wenige Minuten. Ich püriere die Zwiebeln, für einen sehr cremigen, homogenen Gulaschsaft (muss aber nicht sein, dann folgenden Schritt überspringen).
Pürieren (optional): Den Topf von der Herdplatte nehmen, die Zwiebelmasse kurz überkühlen lassen und in einen Rührtopf (hoch ist besser als breit, Spritzgefahr) umfüllen. Vorsichtig mit einem Stabmixer pürieren, bis die Masse glatt ist. Zurück in den Topf füllen – hier leistet ein Gummispatel gute Dienste.
Zucker, Salz, Pfeffer, Lorbeerblätter und zerbröselten Suppenwürfel bei mittlerer Hitze einrühren. Schöpflöffelweise mit Wasser (alles bis auf ¼ Liter, oft braucht man nicht die ganzen 2 l Wasser) aufgießen, dazwischen umrühren.
Erdäpfelstücke zugeben (sie sollen alle mit Wasser bedeckt sein) und eine halbe Stunde leicht köcheln lassen (nicht zugedeckt), ab und zu umrühren.
In der Zwischenzeit die Wurst in Scheiben schneiden und nach einer halben Stunde Kochzeit zugeben. Das Gulasch unter gelegentlichem Rühren weitere 5-10 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gerade eben weich gekocht sind (bei manchen Kartoffelsorten dauert das etwas länger). Falls benötigt, das restliche Wasser zugeben.
Um den Gulaschsaft cremiger zu machen, rund 20 der Kartoffelstücke herausfischen und auf einem Teller mit einem halben Schöpflöffel Gulaschsaft mit einer Gabel zu Püree zerdrücken. Anschließend das Püree zurück in den Topf geben und das Gulasch ein paar Minuten köcheln lassen. Abschmecken und wenn nötig noch Salz zugeben.
Durch Abkühlen und wieder Aufwärmen (zB über Nacht) wird die Sauce noch deutlich dicker. Mit Schwarzbrot oder Semmeln servieren.
Tipps
*Kümmel und Koriander: Traditionell wird Kümmel im Erdäpfelgulasch im Ganzen mitgekocht (ich mag ihn lieber zerkleinert). Koriandersamen sind kein traditioneller Bestandteil, machen sich aber großartig in diesem Gulasch. Sie haben frisch gemörsert das beste Aroma (keine Samen im Ganzen verwenden). Wer keinen Mörser hat, kann zum Zerkleinern von Kümmel und Koriander auch eine Gewürzmühle (zB zweckentfremdete elektrische Kaffeemühle) verwenden. Mit einem Messer kann man Kümmel, am besten großzügig mit Butterschmalz gemischt, zerkleinern (ohne Fett springt der Kümmel in alle Richtungen). Alternativ gleich gemahlenen Kümmel und Koriander kaufen.