Käsespätzle mit Röstzwiebeln

7. Januar 2015
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Käsespätzle mit Röstzwiebeln Rezept

Dicke Socken, drei Pullis übereinander und gedanklich an einem Strand liegen. An ganz kalten Tagen, wenn das alles nicht mehr hilft, kann man dem Wetter nur mit richtiger Ernährung trotzen. Bei Temperaturen wie derzeit hier in Boston, – 18 °C, gefühlt wie – 30 °C (!!!) und das kommt nicht von mir, sondern vom Wetterbericht, muss ein Kaltwetter-Essen her. Und was wäre dafür besser geeignet als Käsespätzle mit Röstzwiebeln. Nicht umsonst sind Spätzle ein typisches Skihüttengericht, selbstverständlich um die ausgemergelten Wintersportler wieder mit Kalorien aufzupeppeln. Und als Nachspeise Germknödel mit Vanillesauce. Sobald ich wieder Zugang zu Powidl-Marmelade habe (Heimaturlaub hallo), hoffentlich auch an dieser Stelle.

Käsespätzle Österreich Rezept

Spätzleteig

Die Zutaten für den Teig werden mit einem Holzkochlöffel zu einem zähfüssigen Teig geschlagen, der 20 Minuten rasten soll. Statt einem Ei können ruhig auch 2 Eier (Wassermenge reduzieren) verwendet werden. Für den Teig verwende ich in Österreich dafür immer Universalmehl, eine Mischung aus glattem und griffigem Mehl. Griffiges Mehl (Spätzlemehl) unterscheidet sich von glattem Mehl in der etwas größeren Partikelgröße. Griffiges Mehl braucht daher etwas länger als glattes, um Flüssigkeit aufzunehmen. Deshalb ist es wichtig Rastzeiten bei der Verarbeitung von griffigem Mehl einzuhalten. Das Rezept funktioniert aber notfalls auch mit glattem Mehl (Deutschland Type 405), solange ein Spätzlesieb (großgelochtes Sieb) verwendet wird. Hier in den USA habe ich bisher nur glattes Mehl, also sehr feinkörniges, gefunden und auch damit Erfolg gehabt. Wer kein Spätzlesieb hat, kann auch eine grobe Käsereibe mit der glatten Seite nach oben oder ein herkömmliches Sieb mit großen Löchern verwenden und den Teig mit einem Gummihund (Teigspatel) durchdrücken. Laut Erfahrungsberichten soll glattes Mehl mit Spätzle Shakern (ja auch ich habe von deren Existenz bisher nichts gewusst) nicht immer funktionieren.

Die Spätzle werden einige Minuten in einem großen Topf mit leicht köchelndem Salzwasser gekocht, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Am besten in zwei Durchgängen arbeiten, das nimmt den Stress.

Röstzwiebeln

Ein Muss für Käsespätzle sind Röstzwiebeln. In der Regel wird hierfür eine herkömliche, gelbe Gemüsezwiebel verwendet. Wichtig ist, dass die Zwiebel sehr gleichmäßig geschnitten wird (ringelig oder halbringelig). Wer dicke und dünne Ringe zugleich in heißer Butter anröstet, wird ein ungleichmäßiges Ergebnis erhalten. Ich mag Röstzwiebeln gerne auf der dunklen Seite – aber Vorsicht, wenn sie zu lange braten, können sie bitter und ungesund werden. Also die Zwiebeln beim Anrösten immer im Auge behalten und oft umrühren, das dauert rund 10 Minuten bei sehr fein geschnittenen Zwiebeln. Mit Zwiebeln von hellbraunem Röstgrad kann nichts schief gehen. Die Röstzwiebeln aus der Pfanne nehmen und bis zur Verwendung beiseite Stellen. Im Idealfall sind die Zwiebeln fertig, sobald alle Spätzle fertig gekocht sind. Anschließend  werden die Spätzle in der Zwiebelbutter geschwenkt, es sei denn, die Butter ist bereits sehr dunkel und mit schwarzen Zwiebelresten versehen. Dann bitte frische Butter verwenden.

Käsespätzle Tirol Rezept

Käse

Für Käsespätzle wird traditionell würziger Bergkäse verwendet. Wer kein Fan dieser oft sehr geruchsintensiven Sorten ist, kann zur Not auf eine mildere Käsesorte zurückgreifen oder verschiedene Käsesorten mischen.

Übrigens: Ich esse Käsespätzle auch im Sommer gerne, wenn aus den Skihütten Wanderhütten werden  ;-)

 

Käsespätzle mit Röstzwiebeln

Ergibt 2 Portionen

Käsespätzle mit Röstzwiebeln

Zutaten

  • 250 g Mehl (am besten griffig oder universal; Spätzle-Mehl in D)
  • 1 Ei (M)
  • 190-200 ml Wasser
  • ¾ TL Salz
  • 1 EL neutrales Öl + 1 EL Butter (ev. mehr)
  • 1 kleine, gelbe Zwiebel (80g)
  • 100 g würziger Käse, grob gerieben (Bergkäse, Emmentaler)

Zubereitung

  1. Mehl, Ei, Wasser und Salz rasch zu einem zähflüssigen Teig vermengen und rund 20 Minuten rasten lassen.
  2. Zwiebel längs halbieren und in gleichmäßige, feine Ringe schneiden, damit sie später beim Anbraten gleichmäßig bräunen.
  3. Öl und Butter gemeinsam in einer Pfanne schmelzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze rösten bis sie goldbraun sind. Zu langes Rösten macht sie bitter. Die gerösteten Zwiebeln auf einem Teller beiseite stellen. Die Butter für später in der Pfanne belassen. Sollte sie vom Rösten sehr dunkel sein, die Pfanne säubern und ein neues Stück Butter schmelzen.
  4. Salzwasser in einem breiten Topf zum Kochen bringen und den Teig mit einem Schaber durch ein Spätzlesieb (großgelochtes Sieb) in leicht siedendes Salzwasser drücken. Wer kein Spätzlesieb hat, kann auch eine grobe Käsereibe mit der glatten Seite nach oben oder ein herkömmliches Sieb mit großen Löchern verwenden und den Teig mit einem Gummihund (Teigspatel) durchdrücken. Sollte sich der Teig nur sehr schwer durch das Sieb drücken lassen, ist der Teig zu dickflüssig. In diesem Fall noch 1-2 EL Wasser einrühren.
  5. Sobald alle Spätzle im Wasser sind, noch 2 weitere Minuten kochen lassen (alle Spätzle sollten an der Oberfläche schwimmen), anschließend absieben.
  6. Die Spätzle in die Pfanne mit der geschmolzenen Butter gegeben - gegebenenfalls ein kleines Butterstück zugeben - und kurz erhitzen.
  7. Käse zugeben und rühren, bis er geschmolzen ist.
  8. Auf Tellern mit gerösteten Zwiebeln anrichten, oder direkt in der Pfanne servieren.
http://www.tasteoftravel.at/kaesespaetzle-mit-roestzwiebeln/

Hast du dieses Gericht nachgekocht? Hier könnte dein Ergebnis gezeigt werden. 
Schicke dazu einfach ein Bild an ursula@tasteoftravel.at
Käsespätzle mit Röstzwiebeln zuletzt geändert: 1 Februar 2018 von Ursula

6 Gedanken zu „Käsespätzle mit Röstzwiebeln

  1. Sandra

    Danke für das tolle Rezept, ich habe es jetzt schon mehrfach begeistert nachgekocht, weil es mir für einen Feierabend unkompliziert genug ist und das Ergebnis überzeugt.
    Nur zum Herstellen der Spätzle an sich benutze ich einen dafür angeschafften Spätzlehobel. Davor habe ich sie vom Brett geschabt, weil die Methode mit der Käsereibe bei mir leider nicht funktioniert hat – ging zwar auch gut, war aber anstrengender ;)

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    1. Ursula Artikelautor

      Hallo Sandra,
      super, das freut mich! Ja, Spätzle sind wirklich schnell gemacht, und nicht so aufwändig ;-) Für die Methode mit der Käsereibe braucht es wirklich oft mehr Muskelkraft, weil die Löcher meistens kleiner sind oder man muss ein bisschen mehr Wasser in den Teig einrühren. Ich verwende immer ein Spätzlesieb, mit dem funktionierts ganz gut ;-)

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  2. Bettina

    Hallo,
    Ich mach käsespätzle nach Anleitung einer Vorarlbergerin.
    Dort wird resskäse – ziemlich würzig stinkig – verwendet, falls nicht vorhanden Bergkäse. Dieser wird gerieben und schichtweise in einen Topf mit den Spätzle geschichtet, darauf kommt immer etwas des kochwassers. Dadurch wird es sehr cremig. Ich seie die Spätzle nicht ab, sondern nehme sie mit einem knödelschöpfer mit kleinen Löchern raus, dabei bleiben sie schön feucht, dann muss ich nur mehr wenig Wasser mit einem schöpflöffel nachgießen.

    Übrigens meine Oma hat Spätzle mit dem Messer vom Holzbrett ins Wasser geschabt.

    Lg
    Bettina
    Lg
    Bettina

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